Bei trockenem, aber leicht trüben Wetter durfte unser Vorsitzender Frau Bürgermeisterin Christner, Frau Schüttler vom Schul-, Sport- und Kulturamt und unser Ehrenmitglied Jochen Ungerer begrüßen. 2 Boote stellten wir offiziell in Dienst.
Mit launigen Worten stellte Hannah Goerke den Vierer vor:
Es ist immer ein schöner Moment, wenn wir ein neues Boot in unsere Reihen aufnehmen dürfen. Jedes Boot steht nicht nur für sportlichen Nutzen, sondern auch für Gemeinschaft, Freude am Sport und schöne Erlebnisse auf dem Wasser.
Heute haben wir hier ein Gigboot der Marke Salani – ein Boot, das wie geschaffen ist für den Breitensport. Es bietet Stabilität und Sicherheit, gleichzeitig gleitet es elegant und schnell durchs Wasser.
Das Boot ist besonders für die erfahreneren Rudererinnen und Ruderer unter uns gedacht und kombiniert sportliche Herausforderung, effektives Training und Freude am Rudern.
So richtig lebendig wird ein Boot aber erst durch seinen Namen. Dieser Name ist inspiriert von dem bekannten Film Catch Me If You Can. Das soll aber nicht nur spielerisch klingen, sondern trägt auch einen Ansporn in sich. Wir wollen uns ja immer weiter entwickeln, unser Bestes geben und unsere Technik verbessern, sodass wir gewissermaßen auch „würdig“ sind, dieses Boot zu rudern.
Somit taufe ich dich auf den Namen „Row Me If You Can“ und wünsche dir immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel.
Oliver Matzek führte zurück in die Vergangenheit und die Zukunft: Wir freuen uns über einen neuen Einer, denn gutes Bootsmaterial ist wichtig, denn, wenn man kein konkurrenzfähiges Material hat macht es keinen Spaß und sollte es Spaß machen im Rennrudersport, denn um vorne mit dabei zu sein, sollte man täglich trainieren, Deshalb ist es so wichtig, dass wir unsere Boote gut pflegen und immer wieder mit neuem Material auffüllen. Besonderer Dank geht an der Stelle an Jens, der den Deal für den neuen Salani -Einer einfädelt hat.
Ich freue mich besonders über den Einer, weil ich ihn fahren darf und weil ich auch noch den Namen vorschlagen durfte.
Jetzt kommt etwas Geschichte: der Verein wurde 1879 gegründet und – Nein Spaß, das würde den Rahmen sprengen, aber dennoch: 1989 war ein besonderes Jahr für Deutschland und ein besonderes Jahr für die Heilbronner Rudergesellschaft, Schwaben und halt auch für mich denn am 6. August 1989 bin ich im Finale der Juniorenweltmeisterschaft gegen Länder angetreten, die es heute nicht mehr gibt und zwar unter anderem die DDR, die UdSSR und die Tschechoslowakei. Kurze Zeit später nämlich am 9. November nahm die Geschichte ihren Lauf das kennt ihr alle – warum erzähl ich das? Wir machen Rudersport und Vereinsarbeit und keine Politik, aber besonders aktuell ist es gut, wenn man sich erinnert, dass es gar nicht so lange her ist, dass es in Europa Diktaturen gab, dass Freiheit, Demokratie und Fairness wichtig für uns sind. Das beginnt in der Familie. Das gilt für den Verein und eben auch für den ganzen Rest im Land und der Welt. Es war auch eine Zeit lang eine Tradition, dass unsere Boote nach den großen Austragungsorten der Meisterschaften benannt wurden, an denen wir teilgenommen hatten. (wir sind früher Essen, Duisburg, Tampere, München und so weiter gefahren). Ich freue mich an die Tradition anknüpfen zu dürfen und deshalb heißt der neue Einer nach einem Austragungsort, in dem nach etwas längerer Durststrecke einmal wieder ein Heilbronner Ruderer eine Medaille auf einer Weltmeisterschaft geholt hat, gleichzeitig erinnert die Jahreszahl an unsere deutsche Geschichte und Demokratie und Freiheit. So jetzt kennt ihr die Story zum Bootsnamen. Und jetzt zum Boot: lieber schwarzer, Einer, ich wünsche dir immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel und demjenigen ,der dich über die Regattastrecke jagt, viel Erfolg und taufe dich auf den Namen Szeged 89.
Die beiden Boote wurden zu Wasser gebracht und dem interessierten Publikum vorgestellt.
Parallel dazu machten sich die Ruderinnen und Ruderer für die Clubregatta bereit.
8 Ruderer hatten zum Clubeiner gemeldet. So etwas gab es in der Vereinsgeschichte noch nie. Mit 2 Startbahnen waren vier Vorläufe und 2 Halbfinale notwendig, um im Finale den Clubmeister zu ermitteln. Jung gegen Alt trat an und im ersten Vorlauf konnte Samuel Zimnik Oliver Matzek auf den 2. Platz verweisen. Luis Schneider setzte sich gegen Jonas Kirchhoff durch, Felix Nack gegen Sebastian Keller und den letzten Vorlauf gewann Vincent Schmitz vor Jarno Märthesheimer.
Im Halbfinale konnte der ältere Junior Luis Schneider sich gegen den jüngeren Junior Samuel Zimnik durchsetzen. Das zweite Halbfinale gewann Felix Nack souverän vor Vincent Schmitz. Nach kurzer Pause dann das Finale. Anfangs sehr eng, aber im Laufe des Rennens immer deutlich siegte schließlich der Titelverteidiger Luis Schneider vor Felix Nack.
Auch bei den Damen waren 2 Vorläufe notwendig, die Finalteilnehmer zu ermitteln. Mona Brückmann setzte sich gegen Viktoria durch und Jessi Kraft gegen Effized. Im Finale gelang Mona Brückmann schnell ein deutlicher Vorsprung und sie gewann den Titel.
Um alle miteinzubeziehen wurde ein Würfelvierer gefahren, ausgelost kurz vor dem Rennen. Der Vierer mit Marlo Müller als Steuermann und Ingrid Reinert, Gerhard Reinert, Michael Metken, Andreas Stöltzner setzte sich gegen Fabian Weiß, Hannah Goerke, Werner Sichler, Konrad Jahne mit Steuerfrau Martina Batora durch.
Dann wurden ganz schnell die Achter auf Wasser gelassen – seit vielen Jahren ein Achterrennen auf der Clubmeisterschaft nicht mehr gesehen. Eine Mischung aus Studenten, Trainer und Junioren verteilte sich auf 2 Achter. Leider funktionierte das Steuer am Boot Ruderschwaben nicht richtig, so dass nach spannendem Start und ersten Schläge die Mannschaft im Boot Ruderschwaben das Rennen abbrechen musste. Alle waren sich einig, nächsten Jahr passiert das nicht mehr und dann gibt es einen spannenden Kampf.
Kaffee und verzüglicher Kuchen lud zum Verweilen ein. Dank an die Bäcker und die Helfer in der Küche.
Mit einer stimmungsvollen Siegerehrung ging der Nachmittag zu Ende.