Im September durfte ich für die DHBW Mannheim bei den European Universities Rowing Championships 2025 in Bydgoszcz (Polen) im Leichtgewichts Doppelzweier der Männer starten. Zusammen mit meinem Schlagmann Mats Winkels habe ich dort eine ganz besondere Regatta erlebt – sportlich wie auch drumherum.
Unsere Teilnahme hatten wir uns schon ein Jahr zuvor gesichert: Bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften 2024 konnten wir im Leichtgewicht Doppelzweier den Titel holen. Mit dem Sieg waren wir Deutscher Hochschulmeister und lösten gleichzeitig das Ticket für die Hochschul-Europameisterschaft.
Die Anreise nach Bydgoszcz war lang, aber entspannt – mit der Bahn quer durch Deutschland und Polen. Untergebracht wurden wir in einem Studentenwohnheim, das noch den typischen Ostblock-Charme hatte. Einfach, aber für ein solches Sportevent genau richtig. Am Donnerstag stand das erste Training auf dem Regattakurs an. Der Brdyujście-Kanal ist ein traditionsreicher Austragungsort, allerdings recht windanfällig. Glücklicherweise hatten wir in den Rennen dann gute Bedingungen. Am Abend ging es in die Altstadt von Bydgoszcz zur Eröffnungszeremonie. Der Einmarsch der Nationen, Live-Band und die tolle Stimmung haben einen Vorgeschmack auf das Wochenende gegeben.
Am Freitagmorgen stand unser Vorlauf über die 1000 Meter an. Insgesamt waren zehn Boote gemeldet. Wir konnten gleich ein schnelles Rennen zeigen, wurden Zweite hinter Queen’s University Belfast und qualifizierten uns damit direkt für das A Finale. Dieser Einzug ins Finale war der erste wichtige Meilenstein, aber unser eigentliches Ziel lag darin, am Sonntag im Endlauf unser bestes Rennen abzuliefern.
Samstag stand kein Rennen für uns an, also nutzten wir für eine lockere Trainingseinheit und kleine Anpassungen am Boot. Der Fokus lag ganz auf dem Finale.
Am Sonntag war es dann so weit. Die Bedingungen waren perfekt: spiegelglattes Wasser, sonnig, keine Böen. Der Startschuss fiel und sofort war klar, dass dieses Rennen auf höchstem Niveau stattfinden würde. Die Zeiten am Ende bestätigen das: Der Sieger fuhr die 1000 Meter in nur 3:12 Minuten. Auch wir erwischten einen super Tag. Unser Boot lief so gut wie noch nie, wir kamen schnell in den Rhythmus und konnten lange Kontakt zur Spitze halten. Die Boote aus Portugal, Polen und Belfast setzten sich vorne ab, doch wir hielten uns dicht dahinter. Auf den zweiten 500 Metern gelang es uns noch einmal die Geschwindigkeit weiter zu erhöhen und zu der Spitzengruppe aufzuschließen. Im Endspurt lieferten wir uns ein packendes Duell und Millisekunden entschieden schlussendlich über die Platzierung. Wir überquerten schließlich nach 3:17,54 Minuten die Ziellinie auf Platz fünf.
Für uns war das ein großartiges Ergebnis, nicht nur, weil wir uns im A Finale behaupten konnten, sondern weil wir an diesem Tag unser bestes gemeinsames Rennen gefahren sind.
Für mich persönlich war es ein unvergessliches Erlebnis: die Atmosphäre in der Altstadt, die Nächte im Studentenwohnheim mit Ostblock-Charme, die vielen Begegnungen mit Athleten aus ganz Europa und natürlich die Rennen selbst. Vor allem aber bleibt die Erinnerung daran, wie besonders es ist, in einem internationalen Feld um Platzierungen zu kämpfen.