Die Heilbronner Ruderstudis kehren mit einem beeindruckenden Ergebnis von den Deutschen Hochschulmeisterschaften (DHM) und der Großbootmeisterschaft in Krefeld zurück: Eine Deutsche Hochschulmeisterschaft, eine Deutsche Meisterschaft, zwei Vizemeistertitel bei deutschen Hochschulmeisterschaften und gleich zwei Qualifikationen für die Europäischen Hochschulmeisterschaften stehen am Ende eines Wochenendes, das allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Fünf Studierende machten sich am Freitagmorgen auf den Weg nach Krefeld, manche von ihnen direkt nach einer Uni-Klausur – der perfekte Beweis, dass man Studium und Leistungssport unter einen Hut bringen kann, wenn man es wirklich will. Kaum angekommen, hieß es Boote aufriggern, Strecke kennenlernen und die ersten Vorläufe fahren. Für Felix Nack begann das Wochenende besonders stark: Mit seinem leichten Doppelvierer sicherte er sich direkt am Freitagabend schon die Qualifikation für die Europäischen Hochschulmeisterschaften, indem ihr Boot als einziges leichtes Boot direkt ins A-Finale fuhr.
Der Samstag brachte die ersten großen Entscheidungen. Mona Brückmann trat im Finale des leichten Doppelzweiers bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften an und lieferte sich mit ihrer Partnerin einen packenden Schlusssprint. Am Ende entschied ein Fotofinish: Zwischen Platz zwei, drei und vier lagen gerade einmal 0,05 Sekunden – doch der Bugball von Monas Boot war vorne und so durften sich die beiden über den Vizemeistertitel freuen. In den Challenge-Einern gingen Jessica Kraft, Mona Brückmann, Felix Arnold und Jarno Märthesheimer an den Start. Für Mona und die beiden Jungs reichte es nach spannenden Vorläufen fürs Halbfinale, Jessi schied nach einem engen Rennen leider knapp aus. Doch auch für sie war es ein starkes Rennen. Für Mona ging es außerdem auch noch im Frauen-Achter weiter – der Vorlauf endete souverän mit Platz eins und der sicheren Finalteilnahme.
Am Sonntag wurde es noch einmal ernst. Mona zeigte im Einer-Halbfinale der Deutschen Hochschulmeisterschaften erneut Nervenstärke und sicherte sich den Einzug ins A-Finale bei den Challenge Einer . Die Jungs kämpften in ihren Einer-Halbfinals beherzt, mussten sich aber gegen die erfahrene Konkurrenz geschlagen geben – ein beachtlicher Erfolg, wenn man bedenkt, dass sie erst vor wenigen Monaten mit dem Rudern begonnen haben. Im Finale des Challenge Einers wurde Mona noch einmal bis ans Limit gefordert: In einem packenden Duell lieferte sie sich mit ihrer Gegnerin aus Heidelberg ein intensives Kopf-an-Kopf-Rennen. Bis kurz vor der Ziellinie lag alles offen – erst auf den letzten 50 Metern musste sie sich um weniger als eine Sekunde geschlagen geben. Der hart erkämpfte zweite Platz fühlte sich dennoch wie ein Sieg an und Mona konnte sich riesig über ihren zweiten Vizemeistertitel an diesem Wochenende freuen.
Parallel dazu stellte sich Felix Nack mit seinem leichten Vierer-ohne in Renngemeinschaft mit ARC Würzburg und Wiking Berlin der stärksten Konkurrenz Deutschlands bei der Großbootmeisterschaft. Nach einem intensiven Startduell zeigte das Boot auf der zweiten Streckenhälfte, was in ihm steckt: Mit kraftvollen Schlägen zogen sie Meter um Meter davon, ließen ihre Verfolger klar hinter sich und ruderten den Deutschen Meistertitel mit einem beeindruckenden Vorsprung ins Ziel – ein Triumph auf höchstem nationalem Niveau. Damit war aber nicht genug, Felix stellte sich im Anschluss noch einmal dem Feld im leichten Männer Einer der Deutschen Hochschulmeisterschaften – hier trat er gegen die besten Leichtgewichtsruderer des Landes an. In einem harten Endspurt fehlten ihm am Ende nur 0,2 Sekunden zum Podium, was einen sehr starken vierten Platz bedeutete.
Den letzten Glanzpunkt setzte Mona dann mit dem Frauen-Achter der Deutschen Hochschulmeisterschaften. In einem intensiven Finale ließ das Boot der Konkurrenz aus Heidelberg keine Chance, hielt bis zum Schluss den Bugball vorn und holte sich mit einer Sekunde Vorsprung den Deutschen Meistertitel – verbunden mit der zweiten Qualifikation für die Europäischen Hochschulmeisterschaften im kommenden Jahr in Kroatien.
So endete ein Wochenende voller Anstrengung, Teamgeist und Willenskraft mit einem Ergebnis, das sich mehr als sehen lassen kann. Die Heilbronner Ruderstudis haben gezeigt, dass sie über ihre Grenzen hinausgehen können und dass Heilbronn auch auf nationaler Ebene ganz vorne mitrudert.