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Im Ruderboot über den Atlantik.
Ein Abenteuer

Zwei Ruderschwaben bei der WORLD'S TOUGHEST ROW Atlantic Challenge. Folge Ingrid und Walter Gläßer auf ihrem spannenden Ruder-Abenteuer auf dem Atlantik.

Ein von zwei Personen gerudert und einer Person gesteuertes Hochseeruderboot auf einem von Bäumen gesaumten Fluss. Daneben werden mehrere normale Boote gerudert.
Walter, Jakob, Bernhard und Ingrid beim „All you can row“

Zur Vorbereitung auf Ihre Atlantiktour hatten Ingrid und Walter Gläßer wieder eine Teilnahme an „All-can-you-row“ vorgesehen. Als Mitstreiter gewannen sie Jakob von Heesen und Bernhard Münzing. „All-you-can-row“ heißt, Start mit Sonnenaufgang und dann rudern solange es geht oder der Sonnenuntergang eintritt. Und die Veranstaltung läuft immer nahe oder am längsten Tag des Jahres, so 2025 am 21. Juni. Start ist 5.21 in Karlsruhe und dann den Rhein abwärts. 100 Starter werden zugelassen, wir fuhren außer Konkurrenz mit, so dass 2025 104 am Start lagen.

Da ein Slippen von Elsa 2 nicht an der gleichen Stelle wie 2024 möglich war, musste schon am Freitag der erste Abschnitt gefahren werden. Ingrid, Walter und Bernhard starteten mit Fahrer am 20.6.2025 13 Uhr mit dem Ziel Mündung der Murg in den Rhein, Rheinkilometer 344,5 von Offenau aus. Leider gab es auf dem Weg dorthin ein paar lange Staus, so dass erst kurz nach 16 Uhr geslippt werden konnte – und ab ging es den Rhein bei starkem Gegenwind und Temperaturen über 30°C. Es gab Strömung, doch deutlich weniger als 2024. Auf Buhnen und Steine war besonders zu achten, wir blieben immer in der Fahrrinne. Bei Kilometer 359,9 ging es in den Hafen Karlsruhe, strömungslos und mit Gegenwind die letzten 3 km bis zur Allemania.

Dort angekommen, mussten Ingrid und Walter zurück an die Murgmündung, da der Fahrer einen Schaden am Zugfahrzeug gemeldet hatte.

Gegen 23 Uhr zurück mit einem guten Optimismus gingen alle ins Bett, Ingrid und Walter auf dem Boot und Jakob, der inzwischen dazu gestoßen war, auf ins Luftmatrazenlager.

Nach sehr kurzer Nacht, Frühstück und dann 5:03 ablegen vom Steg der Allemania mit vorschriftsmäßiger Beleuchtung. Ein kalter Wind bläst und Steuermann Bernhard und Ingrid als Schiffsbeobachter im Bug frieren ganz gut, so dass bereits nach 50 Minuten, schon auf dem Rhein, das erste Mal gewechselt wurde. Steuermann war nun Jakob und Walter Schiffsbeobachter. So wird nun alle 40 bis 50 Minuten gewechselt, Steuermänner sind immer Bernhard und Jakob. Inzwischen überholen uns die schnellen Gigvierer mit Ziel Neuwied.

Trotz Gegenwind und einer nicht übermäßig starken Strömung war bereits nach etwas mehr als 4 Stunden Speyer erreicht, wo wir im alten Hafen bei der RG Speyer angelegt haben und eine Pinkelpause einlegten.

In Mannheim überholen wir einen Vierer, der beim Ruderclub Pause machte. Schiffsverkehr kurz vor der Autobahnbrücke A6 über den Rhein zwingt uns dichter unter Land zu fahren: Nach der Autobahnbrücke ist die Schifffahrtsrinne schmal, wir sehen auch den Grund – Buhnen und Steine. Leider steuert Bernhard zu spät in die Fahrrinne und so bleibt das lange Schwert von Elsa 2 an Steinen hängen und wird beschädigt.

Walter nimmt das Schwert aus dem Schwertkasten und so rudern wir ohne Schwert weiter. Für den Steuermann bedeutet das bei dem Wind mehr Arbeit und höhere Konzentration. Inzwischen war es sehr heiß geworden und wir trinken regelmäßig, um nicht einen Hitzschlag zu bekommen.

Wir entschließen uns, eine längere Pause in einem Altrheinarm zu machen, um ungestört vom Schiffsverkehr und Wellen unsere Kräfte auffüllen zu können. Wir machen diese Pause im Lampertheimer Altrheinarm bei Rheinkilometer 440,1. Ingrid bereitet eine Nudelsuppe vor. Sprudelwasser erhitzen auf kleinem Gaskocher,  heiß in den Topf, in den vorher getrocknete Nudeln und Zutaten geschüttet wurden. Es schmeckte sehr gut.

Zudem erkunden wir auf Google Maps, wo wir Elsa slippen können und entscheiden uns für den Oppenheimer/Niersteiner Hafen, wo eine öffentliche Slipanlage sein soll. Ingrid informiert den Fahrer, der uns wieder abholen wird. Vor der Mannschaft liegt noch eine lange, zähe Strecke mit auffrischendem Gegenwind. Der Rhein staut sich zurück vom Binger Loch, der Strömung wird langsamer und die Hitze stärker. Wir entschließen, alle 5 km zu wechseln.

Bei Rheinkilometer 480,1 rudern wir in den Oppenheimer Hafen ein und nach 600 sehen wir die Slipanlage – leider durch Bauzäune, mit Schlössern versehen, nicht nutzbar. Frustriert fragen wir nach weiteren Möglichkeiten und mit Hilfe eines Anglers legen wir die Rampe im Nackenheimer Hafen fest. Also nochmals 6,6 km auf dem Rhein. Ingrid ist beim Fahrer, Walter übernimmt von Bernhard nach 3 km das Steuer und Jakob und Bernhard rudern.

Gegen 18.30 Uhr sind wir dann bei Rheinkilometer 486,6 an der Rampe. Ingrid hat mit dem Fahrer den Hänger bereits vorbereitet. Starke Strömung erfordert noch mal alle Kräfte, erst als wir im ruhigen Wasser unmittelbar an der Rampe liegen, kann Bernhard das Boot allein auf den im Wasser stehenden Hänger rudern, Walter steuert auf den Millimeter genau. Geschafft! Nach ca. 1 Stunde war Elsa ordentlich verzurrt und wieder haben wir Glück.

Wir können der freiwilligen Feuerwehr von Nackenheim folgen und werden über einen Weg, der auch für höhere Fahrzeuge geeignet ist und der wegen Schweinepest gesperrt ist – gut dass die Feuerwehr das Tor öffnen kann. Jakob verabschiedet sich und fährt mit dem Zug zurück nach Mainz in seine Wohnung. Die Übrigen können staufrei nach Offenau zurückkehren.

Ingrid, Walter und Bernhard brachten insgesamt 150 km hinter sich, Jakob am 21.6.2025 134 km. Es war eine gute Truppe und wieder ein echtes Abenteuer.


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