Wanderruderfahrt 2020
Heilbronner Rudergesellschaft "Schwaben" e.V. Heilbronner Rudergesellschaft Schwaben - Der Ruder-Verein im Raum Heilbronn

1. August, die Hundstage haben gerade begonnen, 9 Uhr morgens pünktlich am Bootshaus: Es wird durchgezählt, alle zwanzig angemeldeten Ruderer stehen bereit und hören Bernhards Ankündigungen aufmerksam zu.

 

Jetzt können die Boote eingeteilt werden, eines nach dem anderen wird zum Steg gebracht. Doch gleich beim ersten gibt es eine Hiobsbotschaft: Der Wartberg hat ein Leck und läuft mit Wasser voll. Zum Glück kann das Problem rasch behoben werden: Das eingetretene Wasser wird ausgeschöpft und es kommt dann auch kein neues mehr dazu, die Fuge schließt sich von selbst.

So war das erste kleine Unglück rasch gemeistert und es blieb auch das einzige nennenswerte auf unserer rundum gelungenen Wanderruderfahrt von Heilbronn flussaufwärts bis Flusskilometer 128, etwa auf halber Strecke zwischen Lauffen und Neckarwestheim, und zurück nach Heilbronn.

Allerdings bemerkten gleich hinter dem Hochwasserabschluss die fünf Ruderer im Rhein, dass sie in der Hektik des Aufbruchs ohne Vereinsflagge losgefahren waren. Zum Glück hatte ein nachfolgendes Boot das bemerkt und die Fahne mitgenommen. In einem waghalsigen Manöver konnte die Fahne ins andere Boot rübergereicht und dort befestigt werden.

Alle schien gut, bald zeigte sich aber: Über eine Komplettausstattung verfügten nur zwei der fünf Boote. Fabian hatte seine Spritzpistole (beachtliche Reichweite!) und Walter eine einfache, aber ausgesprochen funktionstüchtige Eigenkonstruktion zum Wasserspritzen dabei. Nachdem wir einige Liter Neckarwasser abbekommen hatten, gab es den kläglichen Versuch, mittels einer Trinkflasche Punktgleichheit herzustellen. Ohne Erfolg.

Die Boote fuhren weiter Richtung Horkheimer Schleuse und machten dort den ersten längeren Halt. Bernhard teilte dem Schleusenwärter telefonisch mit, dass wir angekommen waren, und zügig konnten wir die Schleuse passieren. Mittlerweile nahm die Hitze merklich zu. Da der 1. August ein besonders heißer Tag werden sollte, war schon im Vorfeld klar, dass sich alle Teilnehmer ausreichend mit Wasser eindecken mussten und für Sonnenschutz zu sorgen hatten.

Nach weiteren acht Kilometern vorbei an Wiesen und Weinbergen erreichten wir in Lauffen die nächste Schleuse. Gleich dahinter befindet sich das Gelände des Lauffener Ruderclubs ‚Neckar‘. Schon von Weitem waren dort drei Ruderschwaben an ihren roten T-Shirts zu erkennen: An der Anlegestelle standen nämlich Doris und Gerhard Vollmer sowie Martin Opitz. Die drei bereiteten das Mittagessen für die Mannschaft vor, während die Boote noch ein paar Kilometer zu rudern hatten.

Schließlich war Flusskilometer 128 erreicht. Damit waren 15 Flusskilometer Hinweg zurückgelegt und mit einer Gesamtstrecke von 30 Kilometern gilt die Ausfahrt nach den offiziellen Bestimmungen auch als Wanderruderfahrt.

Nach dem Wenden ging es zurück zum Lauffener Ruderclub. Was man vorhin noch für Gerhards Ruderschwaben-Shirt halten konnte, entpuppte sich bei der Ankunft als rote Grillschürze mit der Aufschrift „Hier kocht Gerhard“. Unterstützt von Doris und Martin hatte er im Bootshaus Essen und Trinken für alle bereitgestellt; an dieser Stelle noch einmal im Namen von uns allen ein herzliches Dankeschön für das Sponsoring!12

Hier hatten wir Gelegenheit, in aller Ruhe mit unsern altbekannten Ruderfreunden, aber auch mit neuen Gesichtern ins Gespräch zu kommen. - Besonders erfreulich war, dass etliche jüngere Ruderschwaben mit dabei waren. So hatten Nam Nguyen und Lasse Kästner erst in diesem Frühjahr ihren Ruderkurs absolviert und nahmen schon jetzt an der Wanderruderfahrt teil. Respekt!8

Wie bereits angemerkt, sollte gerade der Monatswechsel zu den heißesten Tagen des Jahres gehören. So war es zumindest vorausgesagt worden. Mittlerweile hatten sich jedoch Wolken gebildet und es fiel sogar schon leichter Regen. Einige sahen schon einen größeren Regenguss auf uns zukommen, aber Bernhard sollte mit seiner Prognose Recht behalten, dass es bei ein paar Tropfen bleiben werde.

Dennoch wurden die Boote zu Wasser gelassen und fuhren zügig los. „Bootslage“ hallte es über den Neckar und jedem war klar: Hier ruft Bernhard.

Gestärkt durch Grillwurst, Tomaten und Apfelschorle verging die Rückfahrt flussabwärts wie im Flug, zumal die Schleusen sofort passierbar waren. Das schöne Wetter zog nicht nur uns ans Wasser: Radfahrer, Angler, Familien auf Picknickdecken am Ufer, kreischende Kinder, Stehpaddler und das eine oder andere Segelboot auf dem Wasser boten einen hübschen Anblick.

Daneben gab es wieder die Gelegenheit, gegen den einen oder anderen Ruderfehler anzugehen: „Keine Kisten schieben!“ - „Langsam vorrollen!“ - „Blätter se-e-e-nkrecht aus dem Wasser!“

Am späten Nachmittag endete die Wanderfahrt am Bootshaus. Mit von der Partie war übrigens Jasmin, deren engagierte Tätigkeit für den Verein im Rahmen ihres Freiwilliges Soziales Jahr jetzt endet. Schön, dass sie auch nach ihrem FSJ fleißig zum Rudern kommen möchte!

Alles in allem hat sich gezeigt: auch eine kürzere Wanderfahrt hat ihren Reiz. Umso größer ist die Vorfreude auf nächstes Jahr in Schaffhausen.